Daß Philip Larkin nach übereinstimmender Auskunft seiner Biographen in der ersten Lebenshälfte ein schwerer Stotterer war, ginge niemanden etwas an, wenn seine literarische Karriere und sein Arbeitsstil nicht genau dieselbe Anomalie aufwiesen. Stotternd nämlich betritt er die Bühne, nimmt mit Jill (1946) und A Girl in Winter (1947) zwei Anläufe, um sich wie sein Freund […]
„Auf dieser Welt gibt es nur zwei Tragödien. Wenn Wünsche enttäuscht und wenn sie erfüllt werden. Das zweite ist viel schlimmer.“ „Mein Name ist Prinz Paradox“. Oscar Wilde zum Vergnügen. Herausgegeben von Ulrich Horstmann. Reclam Verlag, Stuttgart 2000.
Man kann exakt Kurs halten und doch Schiffbruch erleiden – wenn man die Strömungen nicht mit einkalkuliert und die Eigenbewegung des Durchkreuzten mißachtet. Horstmanns neuer Essayband „Abdrift“ beobachtet solche Versetzungsbewegungen, bei denen unsere zielsichere Vernunft auf Grund läuft: nach der übertakelten Jahrtausendwende und vor der medizinischen Totaloperation, während eines Anfalls digitaler Visualisierungswut und inmitten der […]
Wenn Nina unter Rotlicht rückfällig wird, die Universitätspräsidentin öffentlich ausliegt und der Musenanruf von einem Callgirl kommt, dann ist Horstmann in seinem frivolen Element. Zu allem leicht Verderblichen hat er den richtigen Draht. Ein Kunstgriff – und die Puppen tanzen. Göttinnen, leicht verderblich. Gedichte. Igel Verlag, Oldenburg 2000. Pressestimme Nicht nur in seinen Prosatexten, […]
Thomas Jöchler: Life is a highly overrated phenomenon. Zur Theorie des männlichen Weltuntergangs bei Ulrich Horstmann. (2000) Diplomarbeit zur Erlangung des Magistergrades der Philosophie an der Grund- und Integrativwissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien Link zur Online-Version
Auskünfte zu Ulrich Horstmann Der Kommentarband bahnt überhaupt erstmals einen Zugang zu Horstmanns komplexen Œuvre. Werkgeschichtlich in einer „Poetik des Suizids“ geerdet, erscheint namentlich die vielbeachtete Streitschrift „Das Untier“ in neuem Licht. Besonderes Augenmerk gilt den Wandlungen, die Horstmanns Strohmann und doppelgängerischer Weggefährte Klaus Steintal seit den Frühschriften durchläuft. Steintal-Geschichten als PDF
Die Portraits des Fotografen-Duos Bernhard Kraller und Reinhard Öhner sind in „Wespennest“ Nr. 117: „Bürgerlichkeit“, 1999 erschienen und begleiten dort das „Wiener Portrait XXII“ zu Ulrich Horstmann. Horstmann-Portraits Wespennest
Die folgenden Illustrationen zu Horstmanns „Das Untier“ (Ausgabe im quadratischen Format, s.u. ) sind im Rahmen von Jutta Nelißens Diplomarbeit an der FH Darmstadt im Wintersemester 1999/2000 entstanden.
Ulrich Horstmann im Gespräch mit Rolf Löchel. In: literaturkritik.de, Nr. 12. Dezember 1999. Interview als PDF Ulrich Horstmann, Professor für Anglistik in Gießen, ist seit fünfzehn Jahren einer der produktivsten Grenzgänger zwischen wissenschaftlicher und poetischer Rede. Philosophische Werke gehören ebenso zu seinen Œuvre wie Hörspiele, Theaterstücke, Gedichte, Aphorismen oder Essays. Selbstverständlich veröffentlicht er […]
Ulrich Horstmann im Gespräch mit Fritz Ostermayer. FM 4, Januar 1999. (Transcript von René Kaiser) UH: Ulrich Horstmann FO: Interviewpartner Fritz Ostermayer (Am Anfang des Interviews fehlen einige Sätze, sonst ist das Tonband vollständig wiedergegeben.) (…) FO: Haben Sie mittlerweile im letzten Jahrzehnt die Hoffnung aufgegeben, daß es in naher Zukunft zu dieser finalen […]
„Es existiert eine Freude des Freigebens, mit dem man dem nachsieht und nachdenkt, was von Natur aus (menschen)flüchtig ist. Das Handwerkszeug der Philologie wirkt in solchen Fällen oft grobschlächtig und taktlos. Es brauchte behutsamere Umgangsformen. Hoffen wird, daß sie sich wie von selbst aus der Scheu entwickeln, einem Menschen zu nahe zu treten, der auf […]
„Das Untier rechnet mit allem ab, nur nicht mit mir. Darin erkenne ich keine Enteignung durch das Lizenzrecht, sondern einen erneuten Beweis seiner Anhänglichkeit.“ Einfallstor. Neue Aphorismen. Igel Verlag, Oldenburg 1998. Pressestimmen Kein apokalyptischer Reiter in blinkender Rüstung prescht da heran, sondern der Privatmann Horstmann wird greifbar, waidwund und angeschlagen. Die Bombenstimmung des „Untiers“ […]
„Es brennt im Frühjahr 1882 in einem möblierten Zimmer, Huntley Street No 7. Als der Vermieter hereinstürzt, sitzt der völlig betrunkene Thomson reglos auf einem Stuhl und starrt in die Flammen. Er hat das Seil losgelassen. Eine haltlose Existenz, die auf der Suche nach Fusel und einem billigen Rausch in ausgetretenen Hausschuhen durch die Straßen […]
In meinem Leben spielt der Computer keine Rolle. Wir koexistieren sozusagen binär, er mit seinem geschlitzten Plastik-Harnisch in Hochglanzanzeigen und ich hinter der ausgestreckten Zunge, die den Finger anfeuchtet, mit dem ich umblättere. Wie man hört, hat ihn der Hai Teck, diese verhaltensgestörte Wiedergeburt des Butt, irgendwo in Kalifornien an Land gesetzt, und zwar auf […]
„Wir (brauchen) Alptraumwelten, die uns die Hölle heiß machen, und Alptraumtänzer mit luziferischen Choreographien, die uns die Verwirklichung des technisch Machbaren vergällen, weil diese Realisierung nur eine fade Wiederholung, ein stupides Nachstümpern dessen sein kann, was wir längst zwischen Buchdeckeln, in Kinosesseln, hinter Ateliertüren erlebt und gesehen haben. Nur ästhetisch schutzgeimpft haben wir noch eine […]
