Frank Müller (Hg.): Jenseits der Apokalypse (2014)

Ulrich Horstmann, Jahrgang 1949, ist Literaturwissenschaftler, Philosoph und Schriftsteller. Als Polemiker und »Untier« bietet der Kleist-Preisträger des Jahres 1988 der Rezeption und Kritik bewusst große Angriffsflächen – auf jeden Fall aber mannigfache Ansatzpunkte für eine produktive Rezeption. Der vorliegende Band eröffnet hier neue Perspektiven, indem er neben der Philosophiekritik philosophisch-literarische Lesarten zum Zuge kommen lässt. […]

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Im Reich der Freiheit. Wechselspiele. (2014)

Dies ist das Ländchen Wohlgemut da herrscht ein frohes Treiben Dem Staatsmann quillt sein Konvolut vor lauter Dankesschreiben Schon Kindern ist so wunderbar daß sie mit Tränen kämpfen und Greise schlucken Pharmaka die Lebenslust zu dämpfen So geht das große Ringelreihn tief in die lauen Nächte wir alle wollen Brüder sein und keiner hält mehr […]

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Schreibweise. Warum Schriftsteller mehr von der Literatur verstehen als ihre akademischen Bevormunder. (2014)

1. Rückmeldung Den akademischen Umgangsformen mit Literatur wird niemand den Status einer experimentellen Wissenschaft zuweisen, und doch gibt es zwei schlichte Gedankenexperimente, die in wünschenswerter Weise zur Klärung von Verhältnissen beitragen, die jeder Familienrichter, ohne mit der Wimper zu zucken, als zerrüttet bezeichnen würde. Man stelle sich also vor, durch einen ebenso flächendeckenden wie unumkehrbaren […]

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Über die Kleine Unsterblichkeit und wie man dahin kommt (2014)

Abschiedsvorlesung an der Universität Gießen Für Helene Vor einem Vierteljahrhundert ist das akademische Gießen spröde mit mir umgegangen. Zwar hat das Stadttheater schon 1982 mein erstes Theaterstück Würm. Ein Spektakel aus der Nachgeschichte bereitwillig uraufgeführt und damit eine Dramatikerkarriere auf den Weg gebracht, die nach weiteren Zuckungen in Braunschweig und Kaiserslautern endete, kaum daß sie […]

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Abschiedsvorlesung an der Universität Gießen (2014)

Man muß biographische Desinformation betreiben, was das Zeug hält; auf Klappentexten, Websites, Wikipedia und wo sich sonst noch Outlets ergeben, hausieren gehen mit getürkten Lebensdaten wie: Ulrich Horstmann (1949 – 2004/2010/2014 usw.). Je mehr Sterbejahre man einspeist und je öfter diese Fehlinformationen auffliegen, desto besser. Denn wenn eines Tages die echte Todesanzeige erscheint, werden sich […]

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Allein Kunst rettet die Welt (2012)

Ulrich Horstmann gilt als Prophet des Weltuntergangs. Er glaubt, die Phantasie habe das Inferno verhindert – durch Abschreckung. Hat der dritte Weltkrieg deshalb noch nicht begonnen? Christ&Welt: Herr Horstmann, vor bald 30 Jahren haben Sie prophezeit, dass die Selbstvernichtung der Menschheit kommt – und noch leben wir. Sind Sie eigentlich traurig, kein Häufchen Asche in […]

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Abschreckungskunst. Zur Ehrenrettung der apokalyptischen Phantasie. (2012)

Warum hat der Dritte Weltkrieg nicht stattgefunden? Das ist die Leitfrage des vorliegenden Buches. Es beschreibt die Rolle der apokalyptischen Phantasie, die sich und uns das Schlimmste ausmalt, um es zu verhüten. Einen Grund zum Feiern gibt es trotzdem nicht. Die Arsenale sind weiterhin gefüllt. Der Kampf der Kriegsspiele und Simulationen geht weiter. Ulrich Horstmann: […]

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Der lange Schatten der Melancholie. (2012, 1985)

Gäbe es den Anschauungsunterricht der „großen“ Historie nicht, so könnte einen schon die Binnengeschichte der Melancholie melancholisch werden lassen angesichts jenes unermüdlichen Verkleinerns, Verkennens und Verketzerns, das in ihr den Ton angibt. Die Medizin, die Theologie, die „aufgeklärte“ Philosophie, sie alle entwickeln „Roßkuren“ gegen die Schwermut. Ihre Triumphe sind endlos, während die Melancholie von Niederlage […]

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Abschreckungskunst. Zur Ehrenrettung der apokalyptischen Phantasie. (2012)

1. Einleitung: Vom ausgebliebenen Ende Warum hat der Dritte Weltkrieg nicht stattgefunden? Es war doch alles bereit, die zuträglichsten Voraussetzungen schienen gegeben. Noch nicht zur Hälfte verstrichen, hatte das 20. Jahrhundert bereits als das mit Abstand blutigste der Menschheitsgeschichte zu gelten. Der Zweite Weltkrieg überbot dabei die Verlustbilanz seines Vorgängers mühelos um das Vier- oder […]

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Die Untröstlichen / Die stillen Brüter. Ein Melancholie-Lesebuch. (2011, 1992)

In diesem Lesebuch ist eine illustre Gesellschaft des „angeschwärzten Lebensgefühls“ versammelt, die den Facettenreichtum der melancholischen Geisteshaltung in der Neuzeit vor Augen führt. Wer ihre Texte liest, wird entdecken, daß Melancholie keineswegs die Dumpfheit des Trübsalblasens ist. Vielmehr ist sie jene mit Humor und ironischem Hintersinn gepaarte Distanz zur Welt, die uns dem Terror des […]

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Horst-Ulrich Mann (Pseud.): Kampfschweiger. Gedichte 1977-2007. (2011)

Zu Lebzeiten (1949-2008) firmierte er als Ulrich Horstmann: Horst-Ulrich Mann, Doppelgänger seiner selbst, schrieb zeitlebens unter einer Tarnkappe. Sein Herausgeber hat sie gelüftet. Damit sehen wir einen literarischen „Kampfschweiger“ Gestalt annehmen, dessen Werk man manches nachsagen kann, nur keine Verwechselbarkeit. Horst-Ulrich Mann (Pseud.): Kampfschweiger. Gedichte 1977-2007. Shoebox House Verlag, Hamburg 2011. Kampfschweiger (Auszug) als PDF

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Horst-Ulrich Mann (Pseud.): Kampfschweiger. Gedichte 1977-2007. (2011)

Der verkappte Mann Eine Vorbemerkung von Klaus Steintal Zu Lebzeiten (1949–2008) firmierte er als Ulrich Horstmann, machte sich nach jugendlichen Stürzen vom hohen Roß auf die akademische Ochsentour und brachte es bis zu einer Professur an einer hessischen Provinzuniversität samt zwanzigjähriger Anwartschaft auf eine halbe Sekretärinnenstelle. „Ich habe mich“, teilte er mir eines Tages fast […]

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„… dass ich nicht der Einzige bin, der sich hier als Alien vorkommt“ (2010)

Interviews mit Ulrich Horstmann im Rahmen des Video-Projekts Ich schreibe, weil …   Die zwei Interviews wurden 2010 im Museum für Westfälische Literatur, Haus Nottbeck auf Video aufgezeichnet. Für die Veröffentlichung der Typoskripte in Walter Göddens Beitrag im Sammelband „Jenseits der Apokalypse“ (2015) wurden die Antworten von Ulrich Horstmann nachbearbeitet. Die wohl auffälligste Änderung betrifft […]

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Die Aufgabe der Literatur oder Wie Schriftsteller lernten, das Verstummen zu überleben. (2009)

Schriftsteller wollen immer schreiben, denkt man. Doch es gibt Ausnahmen: Dichter, die das Schreiben aufgegeben haben. Warum? Und wie kommen sie damit zurecht? Ulrich Horstmann porträtiert diese ungewöhnlichen Menschen (von Hölderlin über Rimbaud bis Salinger und Hildesheimer) und untersucht die unterschiedlichen Motive und Strategien des Verzichts. Die Aufgabe der Literatur oder Wie Schriftsteller lernten, das […]

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Die Aufgabe der Literatur. Wie Schriftsteller lernten, das Verstummen zu überleben. (2009)

Einleitung und Vorspiel des Gioacchino Rossini Daß Literatur neben ihrer Unterhaltungsfunktion immer auch zu belehren habe und Instruktion und Kurzweil hier also in demselben rhetorischen Prachtgeschirr gingen, war schon die Überzeugung der Antike. Horaz hat sie auf die klassische Formel „aut prodesse volunt aut delectare poetae“ gebracht. Aber obwohl es wohl kaum einen langlebigeren und […]

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„Flugkünstler“ – Plastik von Walter Gebert (2008)

Mein ‚Anschauungsobjekt’ nimmt auf eine, ich möchte sagen, sehr persönliche Weise auf Ulrich Horstmanns Roman Rückfall Bezug. Der Vogel hier ist ein Mauersegler. Der Mauersegler ist ein außergewöhnlicher Flugkünstler, so auch der Titel dieser Plastik. Er spielt in dem Roman und auch sonst bei Ulrich Horstmann eine zen­trale, vorder- und hintergründige Rolle. An ihm hängt […]

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Das Larkin-Projekt. Probeläufe einer hybriden Gedicht-Lektüre. (2007)

Dies ist eine literaturwissenschaftliche Publikation und Provokation. Sie unternimmt – am Beispiel Philip Larkins – den Versuch, die konventionelle Interpretationspraxis zu substituieren durch das Zusammenspiel von Übersetzung und (kurzem) Kommentar. Damit grenzt sie ihren Geltungsanspruch zunächst auf ein bestimmtes, aber sehr umfangreiches Textkorpus ein: das fremdsprachige Gedicht. U. Horstmann: Das Larkin-Projekt. Probeläufe einer hybriden Gedicht-Lektüre. […]

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Rückfall. Roman. (2007)

Ulrich Horstmann, nicht zu verwechseln mit seinem gleichnamigen Erfinder, ist von der Rolle. Verknüpfungswahn, diagnostiziert die Psychiatrie und zieht den Hochschullehrer aus dem akademischen Verkehr. Macht nichts, denn der Zwangspensionär hat anderweitig noch ein Hühnchen zu rupfen, mit seinem Urgroßvater nämlich, der 1887 verwitwet und unter Hinterlassung von vier kleinen Kindern aus der Weltgeschichte verschwunden […]

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Rückfall. Roman. (2007)

Ulrich Horstmann, nicht zu verwechseln mit seinem gleichnamigen Erfinder, ist von der Rolle. Verknüpfungswahn, diagnostiziert die Psychiatrie und zieht den Hochschullehrer aus dem akademischen Verkehr. Macht nichts, denn der Zwangspensionär hat anderweitig noch ein Hühnchen zu rupfen, mit seinem Urgroßvater nämlich, der 1887 verwitwet und unter Hinterlassung von vier kleinen Kindern aus der Weltgeschichte verschwunden […]

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„Das Untier“ – Holzskulptur von Peter Myrdal (2006)

Peter Myrdal ist ein deutsch/norwegischer expressionistischer Künstler. Er arbeitet mit Elementen von Reduktion, Deformation, innerem Ausdruck, sozialer Kritik und sieht sich in der Tradition von Hermann Scherer, Wilhelm Lehmbruck und Joseph Beuys. Meistens arbeitet Peter Myrdal mit verschiedenen Holzarten , gelegentlich mit Bronze. Ausgangspunkt seiner Arbeiten sind oft philosophische Fragestellungen. Aktuell lebt er mit seiner […]

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Hoffnungsträger. Späte Aphorismen und ein Entlassungspapier aus dem Dreißigjährigen Krieg. (2006)

„Es gibt die große und die kleine Unsterblichkeit, d.h. die Revokation des Todes durch das Andenken der Nachwelt und sein Unterlaufen über den multiplen Exitus. Totgesagte leben länger …“ – Ulrich Horstmann (1949-2004) hat bisher drei Bände mit Aphorismen veröffentlicht. „Hoffnungsträger“ ist seine erste posthume Publikation. Hoffnungsträger. Späte Aphorismen und ein Entlassungspapier aus dem Dreißigjährigen […]

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Hoffnungsträger. Späte Aphorismen und ein Entlassungspapier aus dem Dreißigjährigen Krieg. (2006)

Bodenständig und Ortswechseln abhold kann man aus zwei ganz unvereinbaren Gründen sein: aus bornierter Bequemlichkeit oder aus Xenophilie. Die zweite Gruppe reist allein deshalb nicht ab, weil sie zu Hause immer schon im Ausland ist. * Zum Schinkenklopfen. „For the benefit of mankind“ segnete der Wissenschaftsprophet Francis Bacon ab. Sprach’s und verschied über einem ausgenommenen […]

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J. M. Coetzee. Vorhaltungen. (2005)

J. M. Coetzee (…) wurde von der internationalen Kritik aufgebaut. Horstmanns Studie fragt nach den Gründen und Interessen. Gleichzeitig werden die Vor-Haltungen und Vorgaben betrachtet, aus denen heraus Coetzee schreibt und von denen er sich nur mühsam befreien kann. Die Sozialisation im von Apartheid geprägten Südafrika ist eine solche Hypothek, nicht anders als die Doppelexistenz […]

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Picknick am Schlagfluß. Gedichte. (2005)

Horstmanns Gedichte spannen einen weiten Bogen. Sie heben an bei den Göttern, die die Ursuppe satt haben und denen stattdessen nur noch Protoplasma auf die „abspeisungstafel von welt“ kommt. Von hier aus wandert der distanzierende Blick weiter, vorbei an den Mammut-Schlächtern des Pleistozäns, bis hin zu der sich am Fett der Hochzivilisation mästenden Moderne, in […]

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Einwurf. Ansichten eines Spielballs. Rede über das Ausgeliefertsein und seine Hirngespinste. (2005)

Trauen Sie Ihren Augen nicht! Was hier in Schlips und Kragen vor Sie hintritt, ist ein Landsknecht. Frisch aus seinem Dreißigjährigen Krieg: 1973-2003. Oder vielmehr ziemlich unfrisch; zusammengehauen und ausgeblutet. Ein Söldner-Wrack, um ehrlich zu sein, dem man seinen Westfälischen Frieden mit der Welt nicht mehr aufzwingen und diktieren muß, sondern das blindlings alles unterschreibt, […]

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Das Untier. Konturen einer Philosohie der Menschenflucht. (2004-2016, 1999, 1985–1998, 1983)

Nur schwer wird man sich dessen enthalten können, den Autor als Ketzer, seiner Thesen als blasphemisch zu brandmarken. Gilt ihm doch das Leben der menschlichen Gattung nicht nur nicht mehr als erhaltenswert, sondern erscheint ihm die menschenleere, vermoderte Welt auch als überaus wünschbar und plädiert er offen und ohne jede Ironie für die unwiderrufliche Abschaffung […]

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Buschmann. Ein Doppelalbum. Mit Bildern von Jutta Nelißen. (2003)

Als ich aus der gekachelten Passage auf die Plattform trete, bin ich auch schon im Bilde. Der Sehnerv registriert: den Strang, sein penibel verdrecktes Betonbett, die überwölbte Starkstromschiene, hinterrücks Werbung. Der Blick wandert über die Handvoll Spätheimkehrer, abgekämpft, ausgefeiert, wechselgeschichtet, die so fallsüchtig dastehen, als rollte jedem gleich sein Radlager herein. Ich sehe die elektronische […]

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Robert Burton: Anatomie der Schwermut / Anatomie der Melancholie. (2003, 1991, 1988)

„Monströs und verwunderlich erscheint Burton nicht das Vergeblichkeitsgefühl des Melancholikers, sondern gerade der Illusionismus der Realitätstüchtigen, die Selbstüberhebung und Selbstauratisierung der Sieger, Macher und Kulturheroen.“ Robert Burton: Anatomie der Melancholie. Über die Allgegenwart der Schwermut, ihre Ursachen und Symptome sowie die Kunst, es mit ihr auszuhalten. Aus dem Englischen u. mit einem Nachwort von Ulrich […]

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Philipp Mainländer: Vom Verwesen der Welt und anderen Restposten. Eine Werkauswahl. (2003)

Philipp Mainländer hat sich am 1. April 1876 das Leben genommen. In seinem Todesjahr vollendet er seine zweibändige, 1.300 Seiten umfassende „Philosophie der Erlösung“. Sie propagiert einen Schopenhauer noch überbietenden kosmischen Pessimismus, für den der Weltprozeß mit Abnutzung, Seinsverschleiß und Wirklichkeitszersetzung gleichzusetzen ist. Damit entwirft Mainländer die erste und einzige Metaphysik der Entropie. Philipp Mainländer: […]

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Ausgewiesene Experten. Kunstfeindschaft in der Literaturtheorie des 20. Jahrhunderts. (2003)

„Der Alptraum beginnt mit der Verkehrung der poetic zur poetical licence, der Verwandlung dichterischer Freiheit in die Willkür der Kommentatoren; und wie von selbst wächst er sich zu einer grotesken Fastnacht aus. Denn haben wir in den vergangenen Jahrzehnten etwa nicht die tollen Tage der Theorie erlebt? (…) Führte nicht eine höhere Narretei das Regiment, […]

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