Philip Larkin. Nachwelt. (2018)

Als man den schon arrivierten Philip Larkin (1922-1985) einmal bat, sich selbst zu beschreiben, erledigte er das mit den Worten „a balding salmon“ (zit. nach Phillips 1989: 33). Diese treffsichere Karikatur als ‚glatziler Lachs‘ verdeutlicht nicht nur das gerüttelt Maß an Humor und Selbstironie, über das der angebliche Monomane der Trostlosigkeit verfügte, sondern verrät dem, der mitarbeitet und das Bild weiterdenkt, auch einen, wenn nicht den entscheidenden Persönlichkeitszug. Lachse sind schließlich die Beharrlichkeit selbst, wenn sie die Flüsse hinaufwandern, und weder durch natürliche noch künstliche Hindernisse, weder durch Niedrigwasser noch Stromschnellen und Wasserfälle aufzuhalten. Nicht anders ist auch die künstlerische Biographie von Philip Larkin ein Aufstieg gegen den Strom, durch fast trockengefallene Flußbetten und in hohem Bogen über die Wehre des Modernismus, Akademismus und Elitarismus hinweg.

 

Philip Larkin. Nachwelt. Die besten Gedichte – ausgewählt, übersetzt und kommentiert von Ulrich Horstmann. Zweisprachige Ausgabe. Online-Publikation 2018.

 

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Larkin Nachwelt 2018