Interviews/Portraits (Audio)

Erinnerung an die Menschheit. Wege oder Irrwege in die Zukunft. Salzburger Nachtstudio ORF – Radio Österreich 1, 17.06.1987 Abspielen Melancholiker, Apokalyptiker, Verkehrer seiner selbst Portrait von Rajan Autze u. Frank Müller HR, 30. Juni 1999 Abspielen Humanismus sucks Ulrich Horstmann im Gespräch mit Fritz Ostermayer FM 4 (Sender des ORF), 1999 Abspielen Transcript J – […]

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Wortkadavericon oder Kleine thermonukleare Versschule für jedermann. (1977)

Im Jahre 217 nach der von den Überlebenden „GROSSE VEREINFACHUNG“ genannten nuklearen Katastrophe publiziert der Hofdichter Alraych einen alten Text mit dem Titel DIES CANIS oder HIRNHUNDSTAGE. Dieser Text soll nach seinen Ausführungen aus den 70er Jahren unseres Jahrhunderts stammen, ist uns allerdings nur in eben der Alraych-Ausgabe selbst „überliefert“. Wie dieser „Tradierung“ aus der […]

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Aqua Regia. Zeitschrift für Literatur und andere Kulturschätze. (ab 1976)

„Darum: das unvermeidliche Heulen und Husten über diesem ätzenden Produkt aus dem Literatur-Labor sollte jeder riskieren, für den „Kritik“ noch kein Schimpfwort ist.“ („Die Zeit“ über „Aqua Regia“)   Heft 4 Mit Beiträgen von Lutz Rathenow, Lucebert, Detlev Weiler, Timm Ulrichs, Helmut Klingler, Jutta Graus, Jens Wiesmann, Klaus Steintal, Hans-Hermann Kersten, Winfried Hönes, Willy Buchholz, […]

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Klaus Steintal (Pseud.): „Er starb aus freiem Entschluß.“ Ein Schriftwechsel mit Nekropolis. (1976)

Die Texte Klaus Steintals (1949-1968) handeln vom Tod. Sie dokumentieren den eigenen Erfahrungsprozeß existenziellen Verschwindens und sind damit von bloßen belletristischen Gedankenspielen weit entfernt. Klaus Steintal wußte, worüber er schrieb. Er starb, kaum daß er sein Manuskript zu einem provisorischen Abschluß gebracht hatte, nach einem von ihm verursachten schweren Verkehrsunfall in den Trümmern seines Wagens. […]

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Ansätze zu einer technomorphen Theorie der Dichtung bei Edgar Allan Poe (1975)

Horstmanns Dissertation verfolgt die Absicht, sich über die strittigen und vorwiegend dichotomischen Urteile der Poe-Forschung in Bezug auf Poes literarische Praxis zu erheben. Geleistet wird dies durch eine Restauration der ideengeschichtlichen Bindungen Poes, und zwar sowohl im Rückblick auf die europäische und amerikanische Literaturtheorie des 18. und frühen 19. Jahrhunderts, als auch vorausschauend auf eine […]

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Aufhören!

Schreibverbote, literarische Exkommunikationen und Strategien des Verzichts – durchexerziert am eigenen Leib.   Ulrich Horstmann (1949-2004) war ein Schwarzarbeiter und stiller Störenfried des deutschen Literaturbetriebs. „Das Untier“, für das er den Kleist-Preis erhielt, ist seine nachdrücklichste Visitenkarte. (Klappentext zu „Das Untier“. Warendorf 2004.) * * * Trauen Sie Ihren Ohren nicht! Was hier so miles […]

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Rückbau

„Man verkommt unmerklich, wenn man älter wird.“ – Nach dem kollektiven rückt verstärkt der eigene Verfall in den Blick.   In den Knochen die Paläoanthropologie. Die Sammler und Jäger krepierten, wie man hört, mit Fünfundzwanzig, Sechsundzwanzig, Siebenundzwanzig. Ein Methusalem, der die Dreißig überschritt. Daran hat sich bis heute wenig geändert. Irgendwann im dritten Jahrzehnt erfolgt […]

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Devolution

Teils aus einem auf den Kopf gestellten Darwinismus hervorgegangener, teils am Habitus früher Ethnien geschulter Topos der Dezivilisierung und Unterschreitung des kulturellen „Niveaus“.   Mit der einsetzenden Dunkelheit nimmt die Verwandlung ihren Anfang. In den Ecken zuerst, im Schatten der Aktenschränke, unter den Füßen. Aber dann ist es schon überall. Lautlos schiebt sich der nackte […]

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Im Verkehr

In Horstmanns Büchern fährt man mit Vorliebe Auto. Unfälle inklusive.   Ausgedörrte Felder mit langen Reihen halbvertrockneter Pflanzen. Wir fuhren genau auf die Sonne zu. „Verflucht heiß“, sagte Stainer. Der Asphalt glitzerte wie die Wasseroberfläche eines schnurgeraden Kanals. Immer wenn der Wagen einige leichte Querrinnen passierte, schaukelte er sacht wie ein schwerfälliges Boot. Ich lehnte […]

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Liquidisierung

Von der Trunksucht. Unter literaturhistorischer Perspektive wie im Selbstversuch.   Urplötzlich das Bedürfnis nach Alkohol. Heute morgen läßt der Zensor mit sich reden. Steintal geht zu einem der Stände und verlangt ein Fläschchen Magenbitter. Zwei Mundvoll. Der kurze stichelnde Kontakt mit der Parodontose. Bauchthermik. Ein hartnäckiger süßer Nachgeschmack. Aus: Steintals Vandalenpark. Erzählung. Obertshausen 1976. * […]

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Im Pointenreich

Diese Heimatadresse dokumentiert Horstmanns Lust an Sprachwitz und Doppeldeutigkeiten. Hart an der Grenze des so genannten „guten Geschmacks“.   Eskalation: Hiroshima – Euroshima – Terrasaki. Ein echter Patridiot. Menstruations-Miezen. Da sind Wörter, von denen könnte man glauben, nicht der der Mensch, sondern die Natur selbst habe sie in einem lichten Moment geprägt, so etwa: Das […]

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Apus apus

Jack London und Philip Larkin haben es vorgemacht: Wer als Literat auf sich hält, schafft sich beizeiten ein Totemtier an.   Der Läufer passiert den unbeschrankten Bahnübergang. Das erste Bauernhaus versteckt sich noch hinter einer Bauminsel. Schweinemast. Die ausgespülten Fäkalien stauen in einem offenen Graben. an bedeckten Sommertagen flitzen hier die Schwalben zentimeterdicht über den […]

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