„Verwertungsgesellschaft Philologie“

Unartigkeiten über die Zunftgenossen   Wer ein Gedicht liebt, soll es den Philologen abkaufen. Vom Philologiestudium: Diejenigen, die nach vielen Mühen den Tanz ums Goldene Kalb der Literatur endlich im Menuettschritt durchführen können, bekommen das Staatsexamen und dürfen ihren Schülern anschließend die Götzenpolka beibringen. Eine akademische Karriere: Er hat die Unzucht mit Abhängigen aufgegeben und […]

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Repoetisierung des Nachdenkens

Vom Eindringen der Literatur in die (Literatur-)Wissenschaft   Eine künftige anthropofugale Kunsttheorie wird (…) das späte 19. Jahrhundert aus seiner Randständigkeit befreien, ihm eine neue, nicht länger marginale Stellung zubilligen und (…) jene denunziativen Qualitäten abbauen, die den Begriffen „Ästhetizismus“ und „Dekadenz“ aus orthodoxem Blickwinkel immer noch anhaften. Aus: Ästhetizismus und Dekadenz. Zum Paradigmenkonflikt in […]

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Selbstauslegung

Wider die Missverständnisse. Ironische Selbstkommentare und bierernste Erklärungsversuche.   Wer etwas über die Vorgeschichte unserer Gattung erfahren möchte, der geht in ein Museum. Hier wird die Vergangenheit anschaulich – in Form von Schmuck und Waffen, von Panzerhemden und Bauernkitteln, von Götterstatuen und Menschenknochen. Wer etwas über die Nachgeschichte unserer Gattung wissen möchte, der ist auf […]

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Mondheimat

Visionen eines befriedeten, ergo „vermondeten“ Planeten   VERSONNEN auf feinädrigen blättern kugelt der tau in den tropfen gebrochenes sich vertausendes licht SONNENAUFGANG von den rippen verbläst der staub ein hauch geht durch die flußtäler und rötet die steine am grund nach diesem SONNTAG ist der mond für immer zum spiegel geworden in der letzten kopernikanischen […]

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Metamorphosen der Apokalypse

Von der anthropofugalen Poesie zur Beinahe-Katastrophe   Im Jahre 217 nach der von den Überlebenden „GROSSE VEREINFACHUNG“ genannten nuklearen Katastrophe publiziert der Hofdichter Alraych einen alten Text mit dem Titel DIES CANIS CEREBRALIS oder HIRNHUNDSTAGE. Dieser Text soll nach seinen Ausführungen aus den 70er Jahren unseres Jahrhunderts stammen, ist uns allerdings in eben der Alraych-Ausgabe […]

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Das zweite Ich

Doppelgänger – mal als Figuren lustvoller Ich-Entgrenzung, mal nicht von dieser Welt   Der Rückzug aus dem schlafenden Körper in die äußerste Ecke des Schädels, unter dem dieses störrische Hirn wie jede Nacht seinen Hexensabbat abhielt – delirierend, fusionierend, sich entladend – vollkommen unbezähmbar. Das war keine Rehabilitationsmaßnahme, das war Folter. Womit hatte es das […]

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Wiedergänger

Auf den Spuren der literarischen Kunstfigur Klaus Steintal, die als Zombie und Untoter Horstmanns Schriften durchgeistert   Ich wollte mich davonmachen, aber Gopul war zu einem großen Stein geworden, der rollte auf meine Beine. In meinem Hirn versteinerten die Gänge. Aus: Klaus Steintal (Pseud.). „Er starb aus freiem Entschluß“. Ein Schriftwechsel mit Nekropolis. Obertshausen 1976. […]

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